Amnesty International


Amnesty International ist eine internationale Organisation, die sich dem Kampf gegen Menschenrechtsverletzungen verschrieben hat. Hierbei versucht sie, anhand verschiedenster Aktionen, wie beispielsweise Unterschriftenaktionen, sowie durch Lobbyarbeit auf verschiedenste Problemstellungen und Verstöße im Bereich der Menschenrechte aufmerksam zu machen. Ihre Arbeit gründet die Organisation dabei zum einen auf die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte, sowie zum anderen auf eine Vielzahl anderer Dokumente, die die Menschenrechte zum Gegenstand haben. Da es sich bei Amnesty International um eine sogenannte Nicht-Regierungsorganisation handelt, ist Amnesty International staatlich unabhängig und in ihrer Arbeit nicht weisungsgebunden. Die andere Seite der staatlichen Unabhängigkeit ist jedoch, dass sich die Organisation durch Spenden, und nicht durch staatliche Mittel, finanzieren muss.

Jedes Jahr aufs neue versucht Amnesty International weltweit, verschiedenste Menschenrechtsverletzungen aufzudecken und an den Pranger zu stellen. Hierbei recherchieren die Mitarbeiter von Amnesty International in verschiedensten Bereichen und führen dann, auf Grundlage der gewonnenen Ergebnisse, spezifische Aktionen gegen die jeweilige Menschenrechtsverletzung durch. Als Ziele, die dem Handeln der Mitarbeiter zu Grunde liegen, hat die Organisation sieben verschiedene Punkte definiert, die zusammen unter den Ausspruch Gerechtigkeit globalisieren! gefasst wurden. Bei diesen sieben Zielen handelt es sich hierbei unter anderem um den Kampf gegen die Diskriminierung, um die Forderung nach Gerechtigkeit und um den Schutz der Rechte von Frauen und Mädchen.
Um die verschiedenen Ziele auch effektiv durchsetzen zu können, haben sich hierbei bei Amnesty International verschiedenste Aktionsformen etabliert. Eine dieser Aktionsformen, mit denen Menschenrechtsverletzungen im Bereich politischer Gefangener angeprangert bzw. gemildert werden sollen, ist die sogenannte Fallarbeit. Bei dieser Fallarbeit kümmern sich Mitglieder der Organisation über einen längeren Zeitraum um einen politischen Gefangenen. Hierbei muss der politische Gefangene jedoch gewaltlos sein, so dass seine Inhaftierung klar den Menschenrechte widerspricht.
Ebenfalls eine Aktionsform von Amnesty International sind die sogenannten Briefe gegen das Vergessen. Bei den Briefen gegen das Vergessen handelt es sich um monatlich erscheinende Briefe, in welchen jeden Monat aufs Neue an drei unterschiedliche Personen aus verschiedenen Ländern, die verschwunden bzw. langzeitinhaftiert wurden, erinnert wird. Gerade bei den Verurteilten handelt es sich hierbei um Gefangene, die auf Grund unfairer Gerichtsverfahren, oder auf Grundlage gar keines Gerichtsverfahrens, inhaftiert wurden, was klar den Menschenrechtskonventionen widerspricht.

Mittlerweile hat sich bei Amnesty International aber vor allen Dingen auch die Menschenrechtsbildung etabliert. Da die Jugend von heute die führenden Erwachsenen von morgen sind, besucht die Organisation Schulen, Jugendhäuser und ähnliches und versucht der Jugend die Menschenrechte und vor allen Dingen auch die Verteidigung der Menschenrechte näher zu bringen. Es wird versucht, anhand von Fallbeispielen zu verdeutlichen, wie und wo es auf der Welt zu Menschenrechtsverletzungen kommt und was man selbst dagegen tun kann. Auch gerade Menschenrechtsverletzungen, die vor der eigenen Haustür bzw. im eigenen Land oder der eigenen Stadt passieren, werden den Jugendlichen näher gebracht, um so einen persönlichen Bezug zu dieser Problematik herzustellen.
Gerade in Ländern, in denen es bis heute zu massiven Menschenrechtsverletzungen kommt, hat die Nicht-Regierungsorganisation ihr Engagement besonders verstärkt bzw. fokussiert. Neben Italien, das mit der Berlusconi-Regierung für eine Vielzahl verschiedenster Menschenrechtsverletzungen verantwortlich gemacht wird, zählt auch Spanien zu denjenigen europäischen Ländern, in denen Amnesty International sehr aktiv ist. Gerade mit Hinblick auf die ETA-Problematik, die das Baskenland oft zu einer Kampfzone verwandelt, in welcher Gesetze und vor allen Dingen Menschenrechte, auch auf staatlicher Seite, ausgehebelt werden, versucht Amnesty International, die Menschenrechte zu verteidigen.
Mitmachen kann hierbei jeder, der die Organisation bei ihren vielfältigen Aktionen, aber auch verschiedensten Veranstaltungen und Festen im Zeichen der Menschenrechte, unterstützen will. So finden jedes Jahr in Spanien, beispielsweise in Barcelona, zahlreiche Aktionen statt, die ehrenamtliche Unterstützer bedürfen. Zwar kann die Organisation keine Unterkunft stellen, doch können sich Interessierte beispielsweise über Wimdu eine private Unterkunft suchen, oder nach einem Bed and Breakfast in Madrid Ausschau halten.